Du öffnest die Einstellungen deines iPhones, tippst auf «Kamera» und siehst eine Liste, die nicht aufhört. Formate, Raster, Auflösung, Stile, Makro, Live, HDR.
Irgendwo dazwischen muss der Schalter sein, der deine Bilder besser macht. Denkst du.
Hier steht, welche fünf Handgriffe wirklich etwas ändern. Und warum du danach aufhören darfst, in den Menüs zu suchen.
Welche iPhone Kamera-Einstellungen sind wirklich wichtig?
Fünf: Raster einschalten, den Blitz ausschalten, die Belichtung mit dem Finger nachziehen, die höchste Auflösung wählen und den Digitalzoom nicht anrühren. Das gilt vom iPhone 13 bis zum iPhone 17 Pro. Alles andere im Menü darfst du auf Standard lassen. Der Rest ist Sehen, nicht Einstellen.
Über 500 Menschen sind durch meine Smartphone-Fotoschule gegangen. Die Einstellungen waren bei allen in zehn Minuten erledigt. Was danach kam, hat ein Jahr gedauert.
1. Raster einschalten
Einstellungen, Kamera, Raster. Ein Schalter, und auf deinem Bildschirm liegen zwei waagrechte und zwei senkrechte Linien.
Die Linien machen zwei Dinge. Sie zeigen dir, ob der Horizont schief liegt. Und sie geben dir vier Schnittpunkte, auf die du dein Motiv legen kannst, statt es immer in die Mitte zu setzen.
Das ist keine Regel, es ist ein Prinzip. Wer die Mitte bewusst wählt, darf sie wählen. Wer sie aus Gewohnheit wählt, verschenkt das halbe Bild.
2. Blitz aus, und zwar für immer
Der LED-Blitz am iPhone macht Gesichter flach, Augen rot und den Hintergrund schwarz. Er sitzt direkt neben der Linse, und Licht von dort kommt in der Natur nicht vor.
Tipp in der Kamera-App auf das Blitzsymbol und stell es auf «Aus». Nicht auf «Automatisch», auf «Aus».
Brauchst du mehr Licht, geh näher ans Fenster, stell dich neben eine helle Wand oder warte zehn Minuten. Eine helle Wand ist der beste Reflektor, den du gratis bekommst.
3. Belichtung mit dem Finger nachziehen
Tipp auf dein Motiv. Neben dem gelben Rahmen erscheint eine kleine Sonne. Zieh sie nach unten, und das Bild wird dunkler. Zieh sie nach oben, und es wird heller.
Das ist der wichtigste Handgriff von allen, und fast niemand kennt ihn.
Das iPhone belichtet im Zweifel zu hell. Ein Himmel, der weiss ausbrennt, ist weg, den holt keine Bearbeitung zurück. Ein Bild, das eine Spur zu dunkel ist, rettest du später mit einem Finger. Deshalb: lieber knapp als hell.
Willst du, dass Fokus und Belichtung bleiben, während du den Ausschnitt änderst, drück lange auf das Motiv, bis «AE/AF-Sperre» erscheint.
4. Die höchste Auflösung, die dein iPhone hergibt
Einstellungen, Kamera, Formate. Dort stellst du die Auflösung auf den höchsten Wert, den dein Modell anbietet. Speicher ist heute billiger als ein Bild, das du gross drucken willst und nicht kannst.
Beim Dateiformat gilt: «High Efficiency» ist in Ordnung, solange die Bilder auf deinem Handy bleiben. Gibst du Bilder oft an Leute mit Windows-Rechnern weiter, wähl «Maximale Kompatibilität». Und RAW lässt du aus, bis du weisst, warum du es brauchst. Es macht die Bilder nicht besser, nur grösser.
5. Nicht zoomen. Gehen.
Die Zoom-Geste auf dem Bildschirm vergrössert nur den Ausschnitt. Das Bild wird grob, nicht näher.
Dein iPhone hat zwei oder drei echte Objektive: 0.5x, 1x und je nach Modell 2x oder mehr. Tipp die Zahlen direkt an, das sind die einzigen Zoomstufen, die wirklich etwas taugen. Für alles dazwischen gibt es die älteste Einstellung der Fotografie: zwei Schritte nach vorn.
Drei kleine Handgriffe, die niemand erwähnt
Putz die Linse. Dein iPhone steckt in der Hosentasche. Ein Fingerabdruck auf der Linse macht aus jedem Licht einen milchigen Schleier. Einmal am T-Shirt wischen, bevor du fotografierst.
Halt es ruhig. Ellbogen an den Körper, Handy mit beiden Händen, ausatmen, auslösen. Klingt nach Schiessstand, macht bei wenig Licht den Unterschied zwischen scharf und verwackelt.
Flugmodus beim Fotografieren. Keine Nachricht, kein Anruf, kein Vibrieren, während du auf den Moment wartest. Die Kamera funktioniert auch ohne Netz.
Die häufigsten Fehler beim Fotografieren mit dem iPhone
Sie haben mit den Einstellungen nichts zu tun. Das ist die schlechte und die gute Nachricht in einem.
- Zoomen statt näher rangehen.
- Ins Gegenlicht fotografieren und sich wundern, dass das Gesicht dunkel ist.
- Um zwölf Uhr mittags fotografieren, wenn das Licht von oben kommt und Schatten unter die Augen legt.
- Das Motiv immer in die Bildmitte setzen.
- Das Bild in derselben Minute teilen, in der es entstanden ist. Ohne Auswahl, ohne zweiten Blick.
Alle fünf lassen sich in einer Stunde erklären. Und sie brauchen ein Jahr, bis sie in Fleisch und Blut übergehen.
Warum die Einstellungen nur zehn Minuten wert sind
Ich sage das nach über 500 Menschen in der Fotoschule: Niemand hat ein besseres Bild gemacht, weil er das richtige Menü gefunden hat.
Die Bilder wurden besser, als die Leute angefangen haben, Licht zu sehen. Wann es weich ist und wann hart. Von wo es kommt. Was es mit einem Gesicht macht, wenn es von der Seite fällt statt von oben.
Ein Handgriff dafür, den ich in jedem Kurs zeige: Halt deine Hand ins Licht, bevor du fotografierst. Siehst du auf der Hand eine harte Schattenkante, wird sie auch im Gesicht liegen. Ist der Übergang weich, bist du richtig.
Knipst du noch, oder fotografierst du schon? Der Unterschied liegt nicht im Menü.
Deshalb ist die Smartphone-Fotoschule so gebaut, wie sie gebaut ist: ein Onlinekurs, der dir die Handgriffe zeigt, und vier FotoWalks im Jahr, an denen du sie draussen anwendest, mit Leuten, die dasselbe vorhaben. Der Kurs zeigt es. Der Walk macht es zur Gewohnheit.
Häufige Fragen zu den iPhone Kamera-Einstellungen
Gelten die Einstellungen für das iPhone 17 Pro und für ältere Modelle?
Ja. Die Kamera-App ist über die Modelle hinweg gleich aufgebaut, vom iPhone 13 bis zum iPhone 17 Pro. Neuere Modelle können mehr beim Zoom und im Nachtmodus. Raster, Blitz, Belichtung, Auflösung und die echten Objektive findest du auf jedem.
Und bei Android?
Dieselben fünf Handgriffe, andere Menüs. Raster, Blitz aus, Belichtungskorrektur, volle Auflösung, kein Digitalzoom. Jede Marke baut ihre Kamera-App anders, das Licht ist überall dasselbe.
Brauche ich eine andere Kamera-App?
Nein. Die Standard-App reicht für alles, was hier steht. Eine zusätzliche App lohnt sich erst für die Bearbeitung danach, zum Beispiel Snapseed.
Wann nehme ich den Porträtmodus?
Wenn du eine Person fotografierst und der Hintergrund unruhig ist. Der Porträtmodus macht den Hintergrund weich. Das Bild macht aber das Licht: seitlich, weich, nie von oben.
Wo lerne ich das Sehen, wenn die Einstellungen erledigt sind?
In der Smartphone-Fotoschule: ein Onlinekurs für iPhone oder Android, vier FotoWalks im Jahr in Schweizer Städten und eine Gruppe dazwischen. CHF 147 für zwölf Monate.