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Ratgeber

Personal Branding Fotografie für Berater: echt statt austauschbar

Jemand googelt deinen Namen, bevor er bei dir anruft. Was er dabei sieht, entscheidet mit, ob er anruft.

9 Minuten

Personal Branding Fotografie für Berater: Alex Lörtscher im Gespräch mit einem Kunden vor einer Glasfassade
Erst reden, dann auslösen.

Schau dir einmal zwanzig Beraterprofile hintereinander an. Anzug oder Blazer. Glasfassade im Rücken. Ein Lächeln, das offenbar jemand angeordnet hat.

Und jetzt die ehrliche Frage: Könntest du hinterher sagen, welchem dieser zwanzig Menschen du dein Geld anvertrauen würdest?

Das Problem ist nicht, dass Berater schlechte Bilder haben. Die meisten haben korrekte Bilder. Korrekt ist das Problem.

Auf einen Blick

Was ist Personal Branding Fotografie für Berater?

Personal Branding Fotografie für Berater und Coaches ist Bildarbeit, die bei deiner Haltung anfängt statt bei der Kamera. Ein Businessfoto zeigt, wie du aussiehst. Personal Branding Fotografie zeigt, wie es ist, dir gegenüberzusitzen. Drei Dinge machen den Unterschied:

  1. Ein Gespräch vor der Kamera: wofür du stehst und wen du erreichen willst
  2. Eine Serie statt eines Porträts: zehn bis dreissig Bilder aus verschiedenen Situationen, die ein bis zwei Jahre reichen
  3. Momente statt Pose: zuhören, erklären, nachdenken, so wie du in deinen Gesprächen bist

Ein Businessfoto beantwortet die Frage «Wie sieht die Person aus?». Personal Branding Fotografie beantwortet «Wäre ich bei dieser Person in guten Händen?».

Das Bildproblem

Warum Beratungsberufe ein besonderes Bildproblem haben

Wer Schuhe anbietet, kann die Schuhe zeigen. Bei Beratung gibt es nichts zum Hinstellen. Kein Regal, kein Muster, keine Verpackung.

Was jemand vor der Entscheidung zu sehen bekommt, bist du. Meist als Bild auf einem Bildschirm, meist kleiner als eine Briefmarke.

Das erklärt einen Reflex, den ich immer wieder sehe: Weil so viel am Bild hängt, greifen Berater zum Sichersten, das der Markt anbietet. Zum Anzug vor der Glasfassade. Sicher ist aber nicht dasselbe wie wirksam. Sicher heisst hier: aussehen wie alle anderen, die dasselbe Risiko vermeiden wollten.

Perfektion

Der Moment, in dem Perfektion aufhört zu wirken

Bis vor Kurzem war ein makelloses Bild ein Vorsprung. Es kostete Geld und Mühe, also signalisierte es Ernsthaftigkeit.

Das ist vorbei. Makellos bekommt heute jeder in vier Minuten aus einem Generator.

Karina Audrey Jeker, CEO von Female Business Seminars, hat das an einem Abend der Fondsfrauen in Zürich auf einen Satz gebracht: «When everyone can sound perfect, perfection no longer differentiates you.»

Genau da steht der Markt gerade. Wenn Perfektion nichts mehr kostet, unterscheidet sie auch nichts mehr. Was als Unterschied übrig bleibt, ist das, was eine Maschine nicht erfinden kann: dass du an diesem Tag wirklich dort warst.

Mehr dazu im Beitrag über Vertrauen online, wenn niemand mehr weiss, was echt ist.

Beide Seiten des Tisches

Was 25 Jahre Finanzbranche über Beraterbilder verraten

25 Jahre war ich in der Finanzbranche, in Beratung, Verkauf und Marketing. Lange als Berater im direkten Kontakt mit der Kundschaft, in Altersvorsorge und Pensionskassen. Daneben habe ich am Abend und am Wochenende mein kleines Fotostudio in Uster geführt. Mit 45 bin ich in die Selbstständigkeit gewechselt.

Deshalb kenne ich beide Seiten des Tisches. Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn die Bildrichtlinie vorgibt, wie du auszusehen hast. Ich weiss auch, was in einem Beratungsgespräch über Vertrauen entscheidet, und es ist nie der Anzug.

Es ist die Sekunde, in der jemand aufhört zu reden und wirklich zuhört.

Diese Sekunde fotografiert kaum jemand. Sie steht in keiner Bildrichtlinie, weil sie sich nicht bestellen lässt. Ich kann sie nur abwarten. Genau darauf warte ich heute als Personal Branding Fotograf in Uster.

Was du wann brauchst

Businessfoto oder Branding-Foto: was du wann brauchst

Beides hat seine Berechtigung, und beides zur falschen Zeit ist Geldverschwendung.

Das Businessfoto ist ein einzelnes, sauberes Porträt. Neutraler Hintergrund, klare Ausleuchtung. Es gehört ins LinkedIn-Profil, in den Mitarbeiterbereich der Firmenwebsite, auf die Visitenkarte. Ein Bild, ein Zweck. Wenn das dein Fall ist, findest du alles dazu bei den LinkedIn-Businessfotos.

Die Branding-Bildwelt ist eine Serie von zehn bis dreissig Bildern in verschiedenen Situationen: im Gespräch, am Schreibtisch, unterwegs, allein, mit Unterlagen. Sie reicht für ein bis zwei Jahre. Vor dem nächsten Beitrag suchst du kein Bild mehr, du nimmst das nächste aus dem Ordner.

Die Faustregel: Wenn du angestellt bist und ein korrektes Profilbild brauchst, reicht das Businessfoto. Wenn du selbst Kunden gewinnen musst, reicht es nicht. Ein einzelnes Bild kann keine Geschichte erzählen, weil es nur einen Moment hat.

Deine Nische

Was dein Bild über deine Nische sagt

Berater sagen oft, sie seien für alle da. Die Bilder sagen es dann auch, und das ist das Problem.

Ein Bild, das niemanden ausschliesst, spricht niemanden an. Wer Familien in Nachlassfragen begleitet, braucht andere Bilder als jemand, der Firmeninhaber durch eine Nachfolgeregelung führt. Andere Räume, andere Kleidung, anderer Abstand zur Kamera.

Der Test ist einfach: Würde jemand aus deiner Wunschgruppe beim Anschauen denken «der versteht meine Lage»? Oder nur «sieht professionell aus»? Das Zweite ist kein Kompliment. Das ist das Urteil über einen Fremden.

Wie viele

Wie viele Bilder du wirklich brauchst

Die häufigste Fehlrechnung: ein Shooting, drei Bilder, fertig für die Ewigkeit.

Rechne anders. Wenn du einmal pro Woche etwas veröffentlichst, brauchst du im Jahr rund fünfzig Bildanlässe. Aus einem gut geplanten Shooting kommen zwanzig bis dreissig verwendbare Motive. Mit Ausschnitten, Schwarzweiss-Varianten und wechselnden Zuschnitten trägt das ein Jahr.

Ohne Plan kommen aus demselben Tag fünf brauchbare Bilder, weil alle gleich aussehen. Derselbe Aufwand, ein Fünftel Ertrag. Der Unterschied entsteht vorher, nicht im Studio.

Vor der Kamera

Warum vor der Kamera ein Gespräch steht

Hier liegt der Teil, den die meisten überspringen wollen, und genau daran scheitern viele Shootings.

Wer ohne Vorarbeit vor die Kamera tritt, bekommt Bilder von einem Menschen, der nicht weiss, was er zeigen soll. Das sieht jeder. Nicht an der Schärfe, sondern am Blick.

Deshalb empfehle ich vor jeder Kamera einen Werte-Talk: 60 Minuten per Zoom, in denen es nicht um Fotos geht, sondern darum, wofür du stehst und wen du erreichen willst. Danach ist sichtbar, wo deine Bilder und deine Texte heute etwas anderes erzählen als du selbst.

Der Werte-Talk kostet CHF 150 und ist ein eigenständiger Schritt. Was du dort erarbeitest, gehört dir, auch wenn danach kein Shooting folgt. Ein Shooting ohne Gespräch geht auch, ich empfehle es nur nicht.

Was Gespräch und Bilder zusammen bringen, zeigt sich am besten daran, was danach aufhört:

  • im Videocall die Kamera auszuschalten, ohne dass danach zehn Minuten Small Talk darüber folgen, dass das Foto ja noch von früher ist
  • dein Profil an einem Dienstagabend zu aktualisieren, in vier Minuten, statt es wieder wegzuklicken
  • unruhig zu werden, wenn jemand deinen Namen googelt, weil du nicht weisst, was er zu sehen bekommt
Authentisch

Wie Branding-Fotos authentisch werden statt gestellt

«Authentisch» ist schnell geschrieben. Deshalb hier konkret, woran es hängt.

Natürlich wird ein Bild nicht durch die Pose, sondern durch die Aufmerksamkeit. Solange jemand darüber nachdenkt, wohin mit den Händen, sieht man genau das im Gesicht. Sobald er über etwas spricht, das ihn beschäftigt, verschwindet die Frage von selbst.

Meine Arbeit besteht deshalb zum grösseren Teil aus Reden und zum kleineren aus Auslösen. Wenn es gut läuft, merkst du gar nicht, wann die Bilder entstehen. Dazu kommt Anleitung bei Haltung, Blick und Händen, damit du nichts raten musst.

Der Rest ist Handwerk: Licht, das dich nicht härter macht, als du bist. Und ein Bildschnitt, der dich nicht kleiner wirken lässt, als du im Raum bist.

Ich glaube, dass das stärkste Bild von dir das ehrlichste ist.

Kosten

Was es kostet, und was ich dir nicht verspreche

Hier werde ich unbequem.

Ich kann dir nicht versprechen, dass gute Bilder dir Kunden bringen. Bilder öffnen keine Türen. Sie sorgen dafür, dass eine offene Tür nicht wieder zugeht, etwa wenn jemand auf deiner Seite landet und sich fragt, ob es dich überhaupt noch gibt.

Damit du weisst, woran du bist:

  • Werte-Talk: CHF 150, 60 Minuten per Zoom. Der Einstieg, einzeln buchbar.
  • Shooting und Retusche: Danach bekommst du je eine Offerte. Das Shooting rechne ich nach Stunden ab, im Studio in Uster wie vor Ort bei dir, die Retusche nach den Bildern, die du auswählst. So weisst du vor jedem Schritt, was er kostet.

Was du damit vergleichst, ist keine andere Rechnung mit drei Bildern. Es ist der Preis dafür, ein Jahr lang nicht mehr nach einem zeigbaren Bild suchen zu müssen.

Ehrlich gesagt

Für wen das nichts ist

Wenn du ein korrektes Profilbild für die Firmenwebsite brauchst, nimm ein Businessfoto und spare dir den Rest.

Wenn du willst, dass dich die Bilder jünger, schlanker oder anders aussehen lassen, bin ich der falsche Fotograf. Ich kann Licht, ich kann Haltung, ich kann Vertrauen. Ich kann dich nicht in jemand anderen verwandeln, und ich würde es auch nicht versuchen.

Und wenn du den Termin verschieben willst, bis die Website steht, das neue Jackett da ist oder die Kilos weg sind: Dieser Moment kommt nicht. Er ist eine Form des Aufschiebens, die sich nach Vernunft anfühlt.

Fragen

Häufige Fragen zu Branding-Fotos für Berater und Coaches

Was ist Personal Branding Fotografie?

Eine Serie von Bildern, die zeigt, wie du arbeitest und für wen, statt nur, wie du aussiehst. Sie beginnt mit einem Gespräch über deine Haltung und deine Wunschkunden und endet mit zehn bis dreissig Bildern aus verschiedenen Situationen. Für Berater und Coaches, die ihre Kundschaft selbst gewinnen.

Was ist der Unterschied zwischen Business-Porträts und Branding-Fotos?

Ein Business-Porträt ist ein einzelnes Bild mit einem Zweck: zeigen, wie du aussiehst. Branding-Fotos sind eine Serie aus verschiedenen Situationen, die zeigt, wie du arbeitest und für wen. Das Business-Porträt entsteht in einem Termin, die Bildwelt beginnt mit einem Gespräch über deine Werte.

Braucht man als Berater überhaupt Branding-Fotos?

Wenn du angestellt bist und ein Profilbild brauchst: nein. Wenn du selbst Kunden gewinnst und regelmässig etwas veröffentlichst: ja, weil ein einzelnes Bild nach dem dritten Einsatz verbraucht ist. Der ehrlichste Test ist dein eigener Reflex. Zögerst du, bevor du dein Bild irgendwohin schickst, fehlt dir Material.

Was kostet Personal Branding Fotografie in der Schweiz?

Bei Alex beginnt es mit dem Werte-Talk für CHF 150. Danach bekommst du je eine Offerte: für das Shooting nach Stunden, im Studio in Uster wie vor Ort, und für die Retusche der Bilder, die du auswählst. Der Schweizer Markt reicht von Angeboten unter hundert Franken bis zu vierstelligen Tagespauschalen. Der Unterschied steckt fast nie in der Kamera, sondern darin, wie viel vor dem Auslösen besprochen wurde.

Wie bereite ich mich auf ein Personal-Branding-Shooting vor?

Das meiste erledigt der Werte-Talk. Danach weisst du, welche Situationen fotografiert werden und was du mitbringst. Als Faustregel: drei bis fünf Kleidungsstücke, in denen du dich an einem normalen Arbeitstag bewegen würdest, keine Neuanschaffungen für den Termin. Und geschlafen haben hilft mehr als jede Kosmetik.

Wie werden Branding-Fotos authentisch und nicht gestellt?

Indem beim Shooting geredet wird. Wer über etwas spricht, das ihn beschäftigt, hört auf, über seine Hände nachzudenken. Dazu Anleitung bei Haltung und Blick, damit du nicht raten musst. Die meisten merken hinterher nicht, wann genau die besten Bilder entstanden sind.

Reichen KI-generierte Profilbilder nicht auch?

Für ein austauschbares Porträt ja. Für Beratung nein. Wer eine App probiert hat, kennt meist den Satz, der beim Durchsehen der Ergebnisse kommt: «Sieht mir nicht ähnlich.» In deinem Beruf geht es um Vertrauen, und ein Bild, dem jemand ansieht, dass es nie stattgefunden hat, arbeitet dagegen. Der Schaden entsteht in dem Moment, in dem es auffällt.

Ich bin nicht fotogen. Funktioniert das trotzdem?

Das ist der Satz, den Alex vor einem Shooting am häufigsten hört, und fast nie stimmt er. Was die meisten «nicht fotogen» nennen, ist die Erinnerung an einen Termin, an dem niemand gesagt hat, was sie tun sollen. Mit Anleitung bei Haltung und Blick verschwindet das Problem grösstenteils.

Wie lange dauert ein Personal-Branding-Shooting?

Der Werte-Talk dauert 60 Minuten per Zoom. Das Shooting dauert mindestens zwei Stunden, je nach Anzahl Situationen länger. Die Bilder wählst du danach in Ruhe in deiner Online-Galerie aus.

Wo finden die Shootings statt?

Im Fotostudio in Uster, an deinem Arbeitsort oder draussen im Zürcher Oberland. Für Termine in Zürich, St. Gallen und am Bodensee kommt Alex zu dir.

Alex Lörtscher

Fotograf, Mentor, Inhaber StarWin GmbH, Uster

Alex Lörtscher fotografiert seit 15 Jahren und hatte über 1000 Menschen vor der Linse. Er war 25 Jahre in der Finanzbranche, in Beratung, Verkauf und Marketing, und kennt Beratung von beiden Seiten des Tisches. 4,91 von 5 aus 304 Bewertungen auf ProvenExpert.