iPhone-Fotos bearbeiten: fünf Handgriffe, dann lässt du es gut sein
Du hast ein Bild, das fast stimmt. Etwas zu dunkel, ein bisschen schief, die Farben nicht so warm wie an dem Abend. Du tippst auf «Bearbeiten», und vor dir liegt eine lange Reihe Regler.
Nach fünf Minuten ist das Bild bunter als die Erinnerung. Und du weisst nicht mehr, wie es vorher aussah.
Wie bearbeite ich iPhone-Fotos am besten?
In der Fotos-App, die schon auf deinem iPhone ist. Öffne das Bild, tippe auf «Bearbeiten» und geh in dieser Reihenfolge vor:
- Auswählen: Von fünf ähnlichen Bildern bearbeitest du eines.
- Gerade richten und zuschneiden: unter «Zuschneiden».
- Licht: unter «Anpassen» die Regler «Belichtung», «Glanzlichter» und «Schatten».
- Farbe: «Wärme» statt «Sättigung».
- Aufhören: sobald das Bild aussieht wie der Moment, den du erlebt hast.
Mit «Fertig» speicherst du. Die Fotos-App behält dabei das Original: Unter «Mehr» holst du es mit «Zurück zum Original» jederzeit zurück.
Snapseed oder Lightroom brauchst du erst, wenn du einzelne Stellen im Bild bearbeiten willst, etwa nur ein Gesicht aufhellen. Für alles andere reicht die Fotos-App.
Erst auswählen, dann bearbeiten
In der Smartphone-Fotoschule ist das die dritte von drei Phasen: Nach dem Fotografieren wird ausgewählt und bearbeitet, erst danach geteilt. Die meisten machen es umgekehrt. Sie teilen in derselben Minute, in der das Bild entstanden ist.
Schau deine Bilder am Abend in Ruhe durch. Von fünf ähnlichen Aufnahmen behältst du die eine, bei der Blick, Licht und Ausschnitt stimmen. Die anderen musst du gar nicht erst bearbeiten.
Und frag dich vor jedem Bild: Braucht es überhaupt eine Bearbeitung? Ein Bild, das im richtigen Licht entstanden ist, braucht oft nur einen geraden Horizont.
Gerade richten und zuschneiden
Tipp in der Bearbeitung auf «Zuschneiden». Unter dem Bild richtest du es gerade: «Begradigen» für einen schiefen Horizont, «Vertikal» und «Horizontal» für Hauswände, die nach hinten kippen.
Oben wählst du das Seitenverhältnis, etwa ein Quadrat. Dann ziehst du an den Ecken, bis alles weg ist, was nichts erzählt: ein halbes Auto am Rand, ein Ast, der ins Bild ragt.
Jeder Zuschnitt kostet Auflösung. Willst du das Bild später gross drucken, schneide wenig weg. Wie gross es dann noch geht, steht im Ratgeber zu den iPhone Kamera-Einstellungen.
Licht: Belichtung, Glanzlichter, Schatten
Unter «Anpassen» wählst du einen Regler und ziehst ihn nach links oder rechts. Drei reichen für fast jedes Bild:
- Belichtung macht das ganze Bild heller oder dunkler.
- Glanzlichter holt helle Stellen zurück, etwa einen Himmel, der fast weiss ist.
- Schatten hellt dunkle Stellen auf, etwa ein Gesicht im Gegenlicht.
Zieh einen Regler so weit, bis es zu viel ist, und dann zur Hälfte zurück. So lernst du schnell, wo die Grenze liegt.
Was ganz weiss ist, holt keine Bearbeitung zurück. Deshalb belichtest du schon beim Fotografieren lieber knapp. Der Zauberstab «Verbessern» ist ein guter Anfang. Gefällt dir das Ergebnis nicht, tippst du nochmals darauf.
Farbe: Wärme statt Sättigung
Ein Bild vom Abend wirkt auf dem iPhone oft kühler, als du es erlebt hast. Der Regler «Wärme» schiebt es zurück ins Gelb, nach links wird es kühler.
Die «Sättigung» lässt du fast immer, wo sie ist. Sie macht alle Farben gleichzeitig lauter, auch die Haut. Willst du etwas mehr Farbe, nimm «Lebendigkeit». Sie hebt vor allem die blassen Farben an.
Filter und Stile sind Geschmackssache. Nimm einen, wenn er zum Moment passt, und lieber schwach als stark.
Schärfe: wenig ist genug
Der Regler «Schärfe» macht Kanten klarer. Zu viel davon, und jede Kante bekommt einen hellen Rand, der Himmel wird körnig. Vergrössere das Bild nach dem Schärfen mit zwei Fingern. Siehst du die Ränder, nimm den Regler zurück.
Ein unscharfes Bild macht keine Bearbeitung scharf. Unscharf und verwackelt stehen in der Fotoschule auf der Liste der häufigsten Fehler, und beide entstehen vor dem Auslösen.
Weniger ist mehr: wann du aufhörst
«Überbearbeitet» steht in der Fotoschule ebenfalls auf dieser Liste. Du erkennst es an drei Dingen:
- Die Haut ist orange oder grau geworden.
- Wo der Himmel auf Bäume oder Dächer trifft, liegt ein heller Saum.
- Das Bild sieht aus wie viele andere, nicht wie der Abend, den du erlebt hast.
Mein Rat seit Jahren: eine angemessene, nicht übertriebene Bearbeitung. Sie betont, was schon im Bild ist, und lässt den Rest in Ruhe.
Nichts geht verloren: zurück zum Original
Die Fotos-App speichert deine Bearbeitung neben dem Original. Gefällt dir ein Bild später nicht mehr, öffnest du es, tippst auf «Mehr» und dann auf «Zurück zum Original». Das geht auch Monate später.
Während du bearbeitest, nimmst du einzelne Schritte mit «Widerrufen» zurück. Mit «Abbrechen» und «Änderungen verwerfen» verlässt du die Bearbeitung, ohne etwas zu speichern.
Eine Bearbeitung auf mehrere Fotos übertragen
Mehrere Bilder vom selben Abend, im selben Licht? Dann bearbeitest du eines und überträgst die Einstellungen auf die anderen. Das geht seit iOS 16:
- Öffne das bearbeitete Bild, tippe auf «Mehr» und dann auf «Änderungen kopieren». Wähle, was du übernehmen willst, und tippe auf «Kopieren».
- Geh in die Übersicht, tippe auf «Auswählen» und markiere die anderen Bilder.
- Tippe auf «Mehr» und dann auf «Änderungen einsetzen».
Belichtung und Weissabgleich gleicht die App dabei selbst an. Schau danach trotzdem jedes Bild einmal an.
Welche App zum Bearbeiten: Fotos-App, Snapseed oder Lightroom?
Die Fotos-App reicht für die fünf Handgriffe. Sie ist schon da, kostet nichts und behält das Original.
Snapseed nutze ich seit Jahren. Die App ist von Google, kostet nichts und hat kein Abo. Ihr Vorteil: Mit «Pinsel» und «Selektiv» bearbeitest du einzelne Stellen, etwa nur ein Gesicht aufhellen oder einen Himmel abdunkeln. Mit «Reparieren» tupfst du kleine Störungen weg.
In der Smartphone-Fotoschule gibt es dazu eine eigene Lektion mit fünf Vorlagen: für das Licht, den Weissabgleich, die Schärfe, die Details und Porträts.
Lightroom mobile von Adobe ist in der Grundversion gratis, mit den wichtigsten Reglern und eigenen Vorgaben. Masken für einzelne Bildteile und das Entfernen mit KI gibt es nur im Premium-Abo.
Fotos bearbeiten auf Android und Samsung
Auf einem Samsung Galaxy öffnest du das Bild in der Galerie und tippst auf «Bearbeiten». Die Regler heissen etwas anders, die Reihenfolge bleibt: gerade richten, Licht, Farbe, Schärfe, aufhören.
Für Personen oder Gegenstände, die stören, hat Galaxy AI den «Foto-Assistenten» mit der «Generativen Bearbeitung». Das Ergebnis speichert das Handy als Kopie, mit einem Hinweis, dass KI im Spiel war.
Snapseed und Lightroom gibt es auch für Android, mit denselben Werkzeugen.
Bevor du teilst: das Original sichern
WhatsApp und die meisten sozialen Netzwerke verkleinern dein Bild beim Senden. Wer es so weitergibt, gibt eine Kopie weiter. Für ein Fotobuch oder einen Druck nimmst du immer die Datei aus der Fotos-App.
Sichere deine besten Bilder an einem zweiten Ort, in der iCloud oder auf einem Computer. Ein Handy kann verloren gehen. Ein Jahr voller Bilder soll nicht mit ihm verschwinden.
Warum die Bearbeitung der letzte Schritt ist
Die beste Bearbeitung beginnt vor dem Auslösen. Ein Bild im weichen Abendlicht braucht kaum einen Regler. Ein Bild um zwölf Uhr mittags rettet auch der beste Regler nur halb.
Bearbeiten heisst betonen, was schon da ist.
Deshalb steht die Bearbeitung im iPhone- und Android-Fotokurs der Smartphone-Fotoschule am Schluss, nach Bildaufbau, Licht und Menschen. Zwei Onlinekurse zeigen dir die Handgriffe, an vier FotoWalks im Jahr wendest du sie draussen an, mit Leuten, die dasselbe vorhaben.
Willst du erst ausprobieren, ob dir das liegt? Meine zehn Prinzipien für den Moment vor dem Auslösen gibt es als Spickzettel fürs Handy, geschenkt zum Sonntags-Newsletter.
Häufige Fragen zum Bearbeiten von iPhone-Fotos
Wie bearbeite ich Fotos auf dem iPhone?
Öffne das Bild in der Fotos-App und tippe auf «Bearbeiten». Richte es unter «Zuschneiden» gerade, zieh unter «Anpassen» die Regler «Belichtung», «Glanzlichter» und «Schatten» und gib mit «Wärme» etwas Farbe dazu. Mit «Fertig» speicherst du, das Original bleibt erhalten.
Was sind die besten Einstellungen zum Bearbeiten in der Fotos-App?
Belichtung, Glanzlichter und Schatten für das Licht, Wärme für die Farbe und ein wenig Schärfe. Die Sättigung lässt du fast immer, wo sie ist. Zieh jeden Regler nur so weit, bis das Bild aussieht wie der Moment.
Wie mache ich eine Bearbeitung am iPhone rückgängig?
Öffne das Bild, tippe auf «Mehr» und dann auf «Zurück zum Original». Das Original bleibt immer erhalten, auch Monate nach der Bearbeitung. Während du noch bearbeitest, nimmst du einzelne Schritte mit «Widerrufen» zurück.
Welche App ist die beste zum Bearbeiten von iPhone-Fotos?
Für die meisten Bilder die Fotos-App, die schon auf dem iPhone ist. Willst du einzelne Stellen bearbeiten, etwa nur ein Gesicht, nimm Snapseed. Lightroom mobile ist in der Grundversion gratis, Masken gibt es dort nur im Abo.
Ist Snapseed kostenlos?
Ja. Snapseed ist von Google, kostenlos, ohne Abo und ohne Werbung, für iPhone und Android und auf Deutsch.
Kann ich eine Bearbeitung auf mehrere Fotos übertragen?
Ja, seit iOS 16. Tipp im bearbeiteten Bild auf «Mehr» und «Änderungen kopieren». Dann wählst du die anderen Bilder aus und überträgst die Einstellungen mit «Mehr» und «Änderungen einsetzen».
Wie entferne ich Personen oder Gegenstände aus einem iPhone-Foto?
Mit «Bereinigen», in der Bearbeitung unter «Werkzeuge». Es läuft mit Apple Intelligence auf dem iPhone 15 Pro, allen iPhone 16 und neueren Modellen und dem iPhone Air. Auf älteren Modellen hilft in Snapseed das Werkzeug «Reparieren» bei kleinen Störungen.
Kann ich die Hintergrund-Unschärfe nachträglich ändern?
Bei Fotos im Porträtmodus ja: in der Bearbeitung unter «Porträt» mit dem Regler «Tiefensteuerung». Ab der iPhone-15-Reihe zeichnet das iPhone die Tiefe auch bei normalen Fotos von Menschen, Hunden und Katzen auf, du kannst sie nachträglich zum Porträt machen.
Soll ich im RAW-Format fotografieren, damit ich besser bearbeiten kann?
Im Alltag nicht. Ein RAW-Bild sieht unbearbeitet flau aus und muss immer bearbeitet werden. Es lohnt sich bei schwierigem Licht, etwa bei Wolken, Schnee oder grossen Unterschieden zwischen hell und dunkel.
Wie bearbeite ich Fotos auf einem Samsung?
Öffne das Foto in der Galerie und tippe auf «Bearbeiten». Es gelten dieselben Handgriffe: gerade richten, Licht, Farbe, ein wenig Schärfe. Für störende Personen oder Gegenstände gibt es den «Foto-Assistenten» von Galaxy AI.
Wo lerne ich, Bilder zu machen, die kaum Bearbeitung brauchen?
In der Smartphone-Fotoschule: zwei Onlinekurse für iPhone und Android, vier FotoWalks im Jahr in Schweizer Städten und eine Gruppe dazwischen. CHF 147 für zwölf Monate.
Gibt es die Tipps als Spickzettel fürs Handy?
Ja. Zehn Prinzipien für den Moment kurz vor dem Auslösen, ein Tipp pro Bildschirm, für iPhone und Android. Du bekommst den Spickzettel geschenkt, wenn du dich für den Sonntags-Newsletter einträgst. Dazu kommt eine Video-Lektion aus der Smartphone-Fotoschule.